Sonntag, Oktober 22, 2017

Von Leitzing 174 bis Fleck … Teil 3

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Von Leitzing 174 bis Fleck … Teil 3

Aufgewachsen in Unterfischbach, verbrachte Prommersberger seine Kindheit auf einem Bauernhof in Leitzing 174 am Tölzer Stausee. Hier hat er auch seinen ersten Porsche, einen 356er hergerichtet. Das Auto hatte einen Totalschaden und war bis zur Scheibe zusammengefahren. Prommersberger hängte den Porsche per Flaschenzug an einem alten Ahorn auf. Dann ließ er ihn – wie beim Bungee Jumping – an einem Seil nach unten fallen. Der erste Versuch misslang.

„I hob mi no nie vo am Eisentrum schikaniern lassn“, erklärt Prommersberger und blickt amüsiert drein.

Also versuchte er es erneut und dachte dabei an den Spruch seines ehemaligen Lehrherrn Toni Fischhaber  „Geht nicht, gibt`s nicht!“. Der zweite Anlauf klappte. Das Eigengewicht des Porsches zog die Karosserie komplett auseinander. „I wui ebn oiwei gewinna“, kommentiert Prommersberger seine Geschichte, „des gibt ma seelisch ois.“

Und da sitzt er nun zufrieden auf einem Schemel im Hof hinter seinem Haus und bastelt an einem alten Radl mit selbsteingebautem Elektromotor herum.

„Opa – wir mögen das nicht!“ ruft Prommersbergers Frau Gertrud im Vorbeigehen. Und meint damit, dass Opa keine Interviews geben soll. Aber für menschlichen Widerstand hat der fünffache Opa nur ein Lächeln übrig. Den jahrelangen täglichen Kampf gegen die Maschinen hat er schließlich auch gewonnen. Und ein möglicher Eisenmangel bei Gertrud mindert letztendlich nicht die Herausforderung.

Heute umgibt ihn eine Sammlung aus Krempel und Altmetall, deren scheinbare Bedeutungslosigkeit seinen eigenen Motor immer wieder aufs Neue zum Laufen bringt. Mit dem Wissen um das, was dahintersteckt. Und das ist alles andere als Schrott!

The EnTe

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