Montag, Juli 16, 2018

Der Taucher – Neu vertönt

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“Meine lieben anwesenden Damen und die, die Ihnen hinterherlaufen . . .

Nachdem ich mich hier versammelt habe, möchte ich zunächst etwas fallen lassen, nicht nur die Bemerkung, dass es leichter ist, den Mund zu halten als eine Rede, sondern auch ein Stück Beitrag zum heutigen Feste…”

 

Friedrich Schiller:

Und da hing ich und war’s mir mit Grausen bewusst

Von der menschlichen Hilfe so weit,

Unter Larven die einzige fühlende Brust,

Allein in der grässlichen Einsamkeit.

Tief unter dem Schall der menschlichen Rede

Bei den Ungeheuern der traurigen Öde.

Nicole Kleim:

Und da stand ich und war`s mir mit Schmunzeln bewusst

Von des Trödelmarkts menschlicher Feilscherei

 Um die Kiste zu schmeißen von meiner Brust,

in die Fluten des Pools am Geburtstag hinei`.

Der Preis, den ich bot, er fand kein Gehör

Der Besitzer – er feilschte und fragte mich aus:

“Wozu braucht`s überhaupt diese Kiste, mein Gör?”

Und ich, die ich besessen von der Idee,

sie mit Geld in die Tiefe zu schmeißen,

antwortete schnell und überzeugte gar wohl:

“Für Schillers Taucher will ich sie in den Abgrund reißen.”

Ein Lächeln ihm über die Lippen rinnt,

beherzt zieht er seinen Ausweis hervor:

“Du wirst es nicht glauben, mein liebes Kind,

mein Name ist Schiller –

klingt das nicht nach Schicksal in Deinem Ohr?”

 

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