Tom Lausen in Wolfratshausen
Enquete-Talk – Neues aus der Corona-Aufarbeitung
Tom Lausen ist Datenanalyst und Programmierer. In der Coronazeit beschäftigte er sich mit den Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) und des DIVI-Registers. Er stellte fest, dass die Gesamtauslastung der Intensivstationen während der „Corona-Pandemie“ nicht außergewöhnlich hoch gewesen sei. Er kritisierte vor allem, dass nicht klar zwischen Patienten unterschieden wurde, die wegen COVID-19 behandelt wurden und solchen, die mit positivem Test aus anderen Gründen im Krankenhaus lagen. Diese Verzerrung habe zu Corona-Restriktionen wie Kontaktbeschränkungen, Maskenpflicht, Lockdowns, Test- und Quarantäne-Pflichten, Zugangsbeschränkungen sowie Impfkampagnen geführt.
Lausen analysierte später auch die Daten zu den gemeldeten Impfnebenwirkungen. Er kam zu dem Ergebnis, dass die Zahl gemeldeter Fälle im Vergleich zu früheren Impfkampagnen ungewöhnlich hoch sei. Offizielle Stellen wie das RKI widersprachen seinen Feststellungen. Im Jahr 2022 wurde Tom Lausen als Sachverständiger in die Enquete-Kommission des Landtags Brandenburg berufen. Die Benennung als Sachverständiger erfolgte auf Vorschlag der AfD-Fraktion im Landtag Brandenburg. Dort stellte er seine Datenauswertungen zur Krankenhausbelegung und zu den Impfnebenwirkungen vor.
2025 wurde Lausen auch in die Bundes-Enquete-Kommission „Corona“ des Deutsches Bundestages berufen. Diese wurde am 10. Juli 2025 beschlossen und nahm die Arbeit im September 2025 auf. Die Kommission besteht aus 14 Abgeordneten und 14 externen Sachverständigen. Auch hier war es die AfD-Fraktion, die den Vorschlag machte, Lausen als Sachverständigen hinzuzuziehen. Der Abschlussbericht der Bundes-Enquete wird bis zum 30. Juni 2027 erwartet.
Enquete-Talk in der Loisachhalle
Einen Einblick in die Bundes-Enquete-Kommission gab Tom Lausen am 13. Februar 2026 in Wolfratshausen. Unter dem Titel „Enquete-Talk – Neues aus der Corona-Aufarbeitung“ sprach der 58-Jährige vor rund 700 Zuhörern in einer ausverkauften Loisachhalle. Die Eröffnungsrede hielt der Wolfratshauser Rechtsanwalt Dr. Josef Hingerl, der die Lockdown-Beschränkungen während der Corona-Pandemie öffentlich kritisiert hatte. Als Lausen von ihm angekündigt wurde, gab es viel Beifall.
Lausen informierte zunächst über die aktuell bestehenden Corona-Enquete-Kommissionen sowie Untersuchungsausschüsse in Deutschland und erklärte dann die Unterschiede. Auf Landesebene gebe es derzeit Corona-Untersuchungsausschüsse in Brandenburg, Hessen, Sachsen und Thüringen, so Lausen. Auf Bundesebene gebe es die seit 2025 bestehende Corona-Enquete-Kommission „Aufarbeitung der Corona-Pandemie und Lehren für zukünftige pandemische Ereignisse“, die von CDU/CSU und SPD beantragt und von den Grünen und Linken angenommen wurde.
Die AfD-Fraktion stimmte dagegen. Sie hatte stattdessen einen Untersuchungsausschuss zur Corona-Aufarbeitung gefordert. Der Antrag wurde jedoch vom Bundestag abgelehnt. Anders als eine Enquete-Kommission, die eher ein beratendes Instrument ist und die Weichen für die Zukunft stellt, dient ein Untersuchungsausschuss der parlamentarischen Kontrolle. Seine Aufgabe besteht darin, Versäumnisse oder Fehlentwicklungen der Vergangenheit aufzuklären. Dabei können Akten eingesehen und Zeugen unter Eid vernommen werden.
Kein Strafgericht, sondern Denkfabrik
Lausen wies in seinem Vortrag auf die Möglichkeiten hin, die eine Enquete-Kommission bietet. Man könne dort „Sachverhalte aufdecken und an die Öffentlichkeit bringen, das Verhalten der anderen aufzeigen und Aussagen entlocken“. Untersuchungsausschüsse dürften dagegen nicht öffentlich ausgetragen werden, betonte Lausen. Was an die Öffentlichkeit kommt und was Lausen anschließend in mehreren Videos zeigte, machte deutlich, dass der Rahmen für eine echte „Untersuchung“, wie das französische Wort „Enquete“ wörtlich übersetzt heißt, nicht gegeben ist.
Die Redezeit ist so kurz bemessen, dass keine Zeit bleibt, gründlich nachzufragen. Kritische Fragen werden zum Teil abgewürgt und Mikrofone von Rednern teilweise sogar abgestellt. Die Antworten sind größtenteils ein politisches Ausweichmanöver, gespickt mit vagen Formulierungen und Beschönigungen, die keinesfalls dazu dienen, die Corona-Politik im Nachhinein als das einzustufen, was sie war: ein Verbrechen.

