Samstag, August 18, 2018

Schachmatt!

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Schachmatt!

Stille. Kein Atemzug ist zu hören.

Die Bauern stehen bewegungslos auf ihren Positionen. Zwei Läufer warten geduldig auf den ersten Sprint, die Pferde sind zum Absprung bereit. Ihr gemeinsames Ziel: den in seinen Bewegungen eingeschränkten König zu retten. Dafür sind sie bereit, ihr Leben zu opfern. Mit ernster Miene sitzen die Feldherren vor ihre Truppe, jeder strategische Fehler kann einen Verlust bedeuten oder den eigenen Plan zunichte machen. Hier wird keiner geschont. Das Spiel beginnt.

Wer keinen Plan hat, stirbt

Der König steht vor den Mauern des Turms. Nach rechts kann er nicht ausweichen, da steht ein Roß. Links von ihm eine Frau, von der er weiß, dass sie ihn mit ihrer unglaublichen Beweglichkeit verfolgen wird. Ein Schritt nach vorne bedeutet, direkt ins Fußvolk des Gegners zu laufen.

Er kann nirgendwohin entweichen, ist gefangen in der geistigen Macht des gegnerischen Geschicks. Ohne Eile und Schonung setzen ihn die kalten Gemäuer des Turms fünf Sekunden später schachmatt. Der letzte Schicksalszug versetzt ihm das Ende: Er fällt.

Doch er steht wieder auf. Ist bereit für den nächsten Eröffnungszug. Und diesmal hat er einen Plan. Geschickt täuscht er dem Gegner sein Ziel vor. Dafür muss ein Bauer geopfert werden. Er weiß, dass es sinnlos ist, alle zwei Millionen Varianten durchzudenken, die ihm offenstehen. Aber in seinem Kopf schwirren unendlich viele Möglichkeiten davon umher.

Er muss sich entscheiden. Sein Siegeswille treibt ihn voran. Er denkt voraus, katapultiert sich in den Kopf seines Gegners. Die Strategie muss doch herauszufinden sein. Es ist ruhig. Fast lautlos setzt der Widersacher zum Angriff an. Noch bedeutet sein Zug nichts. Erst im nächsten zeigt sich dessen perfekt durchdachter Schachzug. Für den König zu spät. Erneut fällt er. Weiß ist tot. Schwarz lebt.

Die Figuren rappeln sich auf. Weiß will Leben, Weiß IST Leben. Und Schwarz ist der Tod. Doch jeder Spielversuch ist zwecklos. Weiß beginnt, schwarz gewinnt.

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